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Von: Claudia Bracholdt

Der amerikanische Kampf gegen den Terror

Krieg für den Frieden

Es ist der 11. September 2008, 14:46 Uhr nach mitteleuropäischer Sommerzeit. In New York steht alles still. Sieben Jahre nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center gedenkt Amerika den über 3 000 Opfern.

Die Trümmer des "World Trade Centers" 2001

Die Bilder der Trümmer des "World Trade Centers" gingen um die Welt. (Quelle: wikipedia.de)

Die erste von insgesamt vier Schweigeminuten findet zu dem Zeitpunkt statt, als das erste Flugzeug 2001 in einen der Zwillingstürme raste. Jeder sieht die schrecklichen Fernsehbilder vor sich, die zunächst wie ein böser Traum wirken. Menschen weinen und halten Fotos von Verstorbenen in die Höhe. George W. Bush steht zusammen mit seiner Frau am "Ground Zero" und nimmt mit vielen Angehörigen der Opfer an einer Gedenkfeier teil.

USA wird ohnmächtig und verwundbar

Viele Beobachter erinnern sich an die ungläubige Ohnmacht der Weltmacht USA, an die plötzliche Verwundbarkeit des sonst so starken Staates und an die Reaktion der amerikanischen Regierung. "Wir werden die Terroristen gegeneinander aufbringen, sie von Ort zu Ort treiben, bis es für sie keine Zuflucht oder Ruhe mehr gibt", versprach Präsident Bush am 20. September 2001 in einer Rede vor dem Kongress. Er sprach auch von versteckten Operationen und dramatischen Angriffen, die im Fernsehen übertragen werden könnten. Das war der Startschuss für den von Bush oft gewählten Ausdruck "Krieg gegen den Terrorismus".

Dieser Krieg begann unter anderem mit der Operation Enduring Freedom (OEF), einem Militäreinsatz in Afghanistan, Afrika und auf den Philippinnen. Die Operation hatte unter anderem zum Ziel, Ausbildungslager von Terroristen zu zerstören und den Frieden zu sichern. Knapp ein Jahr später, am 4. September 2002, wird die so genannte Bush-Doktrin vorgestellt, in der sich die Regierung vorbehält, militärische Präventivschläge gegen Staaten vorzunehmen, die im Verdacht stehen, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Nebenbei verkündet Bush Amerikas Vorherrschaft im Weltall.

Sondertribunal verurteilt Hussein zum Tod

Nur 3 Monate darauf beginnt die USA, mit der Unterstützung von Großbritannien, Großverbände in die Golfregion zu schicken. Diese bereiteten eine Invasion auf den Irak vor. Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen, hieß es. Außerdem sei er in die Terroranschläge vom 11. September verwickelt. Was sich in den folgenden Monaten abspielt, gleicht einer Hetzjagd mit eingebetteter Schatzsuche. Nachdem Hussein sich weigert, den Irak nach einem Ultimatum der USA zu verlassen, beginnt am 19. März offiziell der Krieg, die "Operation Iraqi Freedom" laut amerikanischer Bezeichnung.

Am 13. Dezember 2003 wird Hussein von US-Truppen festgenommen. 2006 verurteilt ihn ein Sondertribunal wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod. Massenvernichtungswaffen konnten allerdings nicht gefunden werden. Bush gab dies offiziell zu, wodurch sich die Kritik am Irakkrieg und an Bush noch verstärkte. Auch für eine Verbindung von Hussein zum Terror-Netzwerk al-Qaida gab es keine Beweise.

Verschärfungen von Sicherheitskontrollen

In den vergangen Jahren kam es zu Verschärfungen von amerikanischen Gesetzen, um die Gefahr von erneuten Anschlägen zu minimieren. Darunter zählen beispielsweise die strengen Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen und das Passagiernamenregister. In diesem werden sowohl persönliche Daten der Passagiere als auch Informationen über nicht angetretene Flüge, Flugdauer oder die Nummern der Gepäckanhänger erfasst.

Die erste Schweigeminute in New York ist vorbei, George W. Bush dreht sich herum und geht an den Trauernden vorbei. Gelegentlich hebt er den Kopf und nickt ihnen zu. Inzwischen hält New Yorks Bürgermeister Bloomberg eine weitere Rede, zitiert unter anderem das irische Sprichwort "Tod ist ein Schmerz, den keiner heilen kann". Die Menschen gehen in den nächsten Tagen wieder ihrem gewohnten Alltag nach. Wie wirksam der amerikanische Kampf gegen den Terror ist, bleibt nach wie vor umstritten. Die Furcht vor dieser neuen Art des Krieges und neuen Anschlägen ist allerdings gegenwärtig.



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