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Mittwoch, 17. September, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Nadine Laester

Interview zu Kriegsheimkehrerauszahlung

Spätes Geld für langes Leid

Zwischen 500 bis 1500 Euro erhalten ehemalige, ostdeutsche Kriegsgefangene des zweiten Weltkriegs. Der Betrag ist nach dem Rückkehrjahr gestaffelt. medien-mittweida sprach mit einem Betroffenen.

Kriegsrente

Alt und abwartend auf das, was kommt. (Quelle: pixelio.de /Foto: jerzy)

Max S. (Name geändert) wird dieses Jahr 90. Sein Leben ist bewegt. Im zweiten Weltkrieg verlor er seinen Bruder. Bis 1949 war S. in russischer Kriegsgefangenschaft. Jetzt soll er dafür eine Einmalzahlung von 1 000 Euro erhalten. Dies regelt das Gesetz zur Aufhebung der Heimkehrerstiftung und zur Finanzierung der Stiftung für ehemalige politische Häftlinge, das seit dem 1. Januar 2008 gilt. Geplant war, dass ab dem 1. Januar 2009 auch der Artikel drei in Kraft tritt, der speziell den Umgang mit Kriegsheimkehrern in das Gebiet der ehemaligen DDR regelt. Wegen des hohen Alters der Kriegsveteranen zogen die verantwortlichen Politiker den Auszahlungsbeginn auf Juli 2008 vor. Betroffen sind rund 12 000 Kriegsgefangene. Max S. hat dabei seine eigene Meinung zur Entschädigung.

Wie haben Sie von der Heimkehrerentschädigung erfahren?

Durch meinen Bekannten, einen Zollbeamten. Denn mit fast 90 Jahren lese ich nicht mehr jede Nachricht und schaue nicht mehr jede Tagesschau.

Hätten Sie sich also bessere Informationen gewünscht?

Auf jeden Fall. Jede Reklame kommt an. Und es kann doch nicht so schwierig sein, dazu einen Zettel zu verteilen.

Und wie verlief die Antragsstellung?

Nicht so einfach. Ich habe mich erst mal nach der zuständigen Behörde erkundigt, dann ein formloses Schreiben aufgesetzt und hingeschickt. Nach einigen Wochen kamen die vorgefertigten Antragsformulare zurück, die ich noch einmal ausfüllen musste. Das war eine sehr umfangreiche Sache.

Wieviel erhalten Sie?

Ich bin von 1945 bis 1949 in russischer Kriegsgefangenschaft gewesen. Ich bekomme also einmalig 1 000 Euro.

Was machen Sie mit dem Geld?

Ich werde es meinen Enkeln geben. Denn was sind denn einmalig 1 000 Euro, wenn alles teurer wird? Und aufgrund meines Alters kann ich nicht mehr verreisen.

Empfinden Sie den Betrag als ausreichend?

Für das, was wir gelitten haben, ist es zu wenig. Dafür, was manche erdulden mussten ein Klacks. Das ist nichts. Ich werde das Erlebte nie vrgessen. Die Erinnerungen begleiten einen bis ins hohe Alter.

Wir bedanken uns für dieses Gespräch.



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