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Mittwoch, 1. Oktober, Alter: 2 Jahre » Zurück

Von: Miriam Walther, Philipp Girrger

Kommentar zum Bruch der CSU

Kommunikationsdebakel

Nach dem Rücktritt des bayrischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein, geht ein weiterer Riss durch die CSU. Wer soll sein Nachfolger sein? Die Antwort auf diese Frage wissen nicht einmal die CSU Spitzenpolitiker. Jetzt sind gleich vier Parteimitglieder im Gespräch.

CSU in Bayern abgestürzt und wieder ein Führungsmitglied weniger. (Quelle: pixelio.de/Foto: Gerd Altmann)

Letzten Winter musste Stoiber gehen, gestern Parteichef Huber und die Generalsekretärin Hadertauer, heute Landesvater Beckstein. Eiskalt erwischt es die Parteispitze der CSU. Nach der Wahlmiesere vor drei Tagen, springen die Machtinhaber vom Mutterschiff CSU in die Vergessenheit. Nur eben nicht gleichzeitig. Aber aus dem selben Grund. Gegenüber der "Zeit" erklärte sich Beckstein wie folgt: "das Vertrauen der Wähler war leider deutlich niedriger, als ich erhofft habe." Er spüre keinen Rückhalt der Partei. Wie auch, Parteichef Huber meldete sich ab. Plötzlich.

Auswahl gibt es, nur keine Einigung

Kommunikation scheint nicht die Stärke der CSU. Sonst gäbe es jetzt nicht wieder ein öffentliche Entscheidung zu fällen. Auch die schlecht kommunizierten Entscheidungen aus der Zeit der absoluten Mehrheit der CSU im bayrischen Landtag, wie das Raucherschutzgesetz, prägen dieses Bild. In einer Untersuchung des Chefs des Emnid-Instituts, Klaus-Peter Schöppner, die Focus-Online veröffentlichte heißt es folgerichtig: "Die CSU hat Bayern an die Wirtschaftsspitze katapultiert. Wenn das aber zur Arroganz der Macht führt, spielt Leistung nur eine mindere geringere Rolle."

 Jetzt stürzen sich gleich vier potentielle Bewerber auf den Posten des Zurückgetreten. Der bayrische Innenminister Joachim Hermann, CSU-Fraktionsvorsitzender Georg Schmid und Wirtschaftsminister Thomas Goppel lauten die Namen. Horst Seehofer, der designierte CSU-Chef steht daneben, als Vierter. Er möchte nicht das Erbe des alten Ministerpräsident antreten, sondern eher – wenn alles Stricke reißen – sich der Kandidatur zu Verfügung stellen.

Entscheidung nächsten Mittwoch

Typisch Seehofer, erstmal abwarten was passiert, die anderen sich balgen lassen und am Ende Watschen verteilen. Hätte ihn die Affäre um sein uneheliches Kind nicht 2007 aus der Bahn geworfen, müsste er heute nicht dieses Wahlergebnis vertreten. Er verkündete dann sogleich:"Wir wollen der Bevölkerung vermitteln, das wir die Botschaft verstanden haben, so Seehofer in München." Wünschen wir ihm Glück, bei dieser schweren Aufgabe raus aus dem Kommunikationsdebakel der letzten Tage und Wochen.

Nächsten Mittwoch steht die Entscheidung an. Die Deligierten der CSU können sich auf eine wirkliche Kampfkandidatur freuen - solange nicht wieder die Spitzenkräfte von ihren Positionen zurücktreten.



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