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Mittwoch, 4. März, Alter: 2 Jahre » Zurück

Von: Sander Schmidt

Guinea-Bissau: Soldaten erschießen Präsidenten

Tödliches Ende eines Machtkampfes

Guinea-Bissaus Präsident Joao Bernardo Vieira ist am Montagmorgen bei einem Mordanschlag durch Militärs getötet worden. Bei dem Mord handelt es sich um einen Racheakt für den eine Nacht zuvor ermordeten Generalstabschef der Armee von Batista Tagme Na Wai.

Justitzgebäude Guinea-Bissaus

Justizgebäude von Guinea-Bissau. (Quelle: flickr.com / Foto: Colleen Taugher)

Zunächst starb der Generalstabschef durch einen Bombenanschlag auf das Armee-Hauptquartier. General Na Wai habe sich zu einer Sitzung mit Generälen in dem Gebäude befunden, sagte ein Diplomat am Montagmorgen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Es gibt die Bestätigung, dass er getötet wurde". Mehrere Generäle seien verletzt worden.

Militärführung streitet Beteiligung ab

Als Drahtzieher des Anschlages beschuldigte Militärsprecher Induta gegenüber dem ZDF den bis dato amtierenden Präsidenten Vieira. Kurze Zeit später beschossen Soldaten das Haus des Präsidenten in der Hauptstadt Bissau mit Raketen und Maschinengewehren und töteten diesen, wie die zuständige Botschaft von Guinea-Bissau gegenüber medien-mittweida.de bestätigte. Die Militärführung streitet indessen jede Beteiligung ab. Vieira sei von "einer Gruppe noch nicht identifizierter Bürger" getötet worden, heißt es in einer ersten Stellungnahme eines Militärsprechers. Die Militärführung versicherte weiterhin, sich an die "verfassungsmäßige Ordnung" halten zu wollen.

Die Morde an beiden Kontrahenten markieren den Höhepunkt des bereits seit Jahren schwellenden Streits in dem 1,6 Millionen Einwohner zählenden Staat. 1980 putschte sich Vieira als damaliger Ministerpräsident an die Macht, und stürzte Präsident Luis Cabral. 1999 entmachtete ein Putsch Vieira, an dem General Batista Tagme Na Wai beteiligt war. Daraufhin verließ der geputschte Präsident das Land. Überraschenderweise gelang Vieira wenige Jahre später die Rückkehr aus dem Exil und der Sieg bei den Parlamentswahlen 2005.

Neuwahlen in 60 Tagen

Die Auseinandersetzungen zwischen Vieira und Na Wai hatten sich seitdem verschärft. Bereits im November letzten Jahres, verübte eine Gruppe von Soldaten einen Mordversuch auf Präsident Vieira. Dieser stellte dann zu seinem Schutz eine persönliche Leibwache ein, die ihrerseits im Januar versuchte, General Na Wai zu töten.

Nach dem Mord an Vieira, verurteilte die Afrikanische Union die Tat als "kriminellen Akt". Ebenso verurteilte die ehemalige Kolonialmacht Portugal die Tötung des Präsidenten. Das Außenministerium in Lissabon beraumte eine Krisensitzung der Gemeinschaft portugiesischsprachiger Länder an. Der designierte Premierminister Carlos Gomes Júnior kündigte unterdessen an, eine Kommission zur Aufklärung der beiden Attentate zu gründen. Nach der Verfassung Guinea-Bissaus müssen nun nach spätestens 60 Tagen Neuwahlen stattfinden.



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Mittwoch, 04-03-09 10:31 awl awl

Guinea-Bissao: Wir haben Hunderte von Gaststudenten aus diesem Land, Tausende von Sachsen fahren an seine schönen Strände - und wie das Gerichtsgebäude in Bissao aussieht, wollt ich auch schon immer mal wissen. Genau das richtige Thema für so eine prominente Platzierung.

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