Von: Marion Uhlendorff
Geiselnahme im Jemen
Zwei entführte Deutsche tot
Die jemenitische Polizei teilte heute mit, dass mindestens drei der neun im Jemen entführten Personen tot seien. Es handle sich um zwei deutsche Frauen und eine Südkoreanerin, die die Polizei erschossen auffand. Über die Identität der anderen Entführten herrscht noch Unklarheit.
Seit Freitag, dem 12. Juni 2009 sind ein Ehepaar mit ihren drei Kindern, zwei Krankenschwestern sowie ein Brite und eine Südkoreanerin vermisst. Die Gruppe war nördlich der Hauptstadt Sana'a in der Ortschaft Akwan unterwegs gewesen. Fest steht, dass zwei der drei Kinder unverletzt gerettet werden konnten. Die entführten Ausländer waren alle in einem Krankenhaus der Hauptstadt beschäftigt.
Bereits am vergangenen Donnerstag, einen Tag vor der Entführung der Gruppe, hatten Unbekannte in der gleichen Region einen Bus mit 22 Menschen entführt. Darunter waren auch 14 Ärzte aus Indien, Ägypten, dem Sudan und von den Philippinen sowie ihre Familienangehörigen. Sie kamen jedoch am Freitag wieder frei. Die Gruppe arbeitete ebenfalls in einem Krankenhaus in Sana'a. Allerdings haben derzeit auch nur Ärzte und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen Zugang in die Region.
Meist nehmen Rebellen Ausländer als Geiseln, um gegenüber der Regierung Forderungen durchzusetzen. Seit 2004 liefern sich im Jemen Regierungstruppen immer wieder Gefechte mit den Houthi-Rebellen. Die Houthi-Rebellen waren bislang nicht als Geiselnehmer in Erscheinung getreten. Dennoch bezichtige die jemenitische Regierung, die schiitische Rebellengruppe mit der Entführung in Verbindung zu stehen. Die Rebellen distanzierten sich jedoch von der Tat. Des Weiteren sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes, es habe keine Lösegeldforderungen der Geiselnehmer gegeben. Die Entführer und vor allem das Motiv sind daher noch völlig unbekannt.
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