Von: Anni Sack

Kulturage – Kulturschaffende in Deutschland
"Hamlet" verbindet
Die Darsteller des Theaterstücks von Utz Pannike sind keine gewöhnlichen. "Hamlet" – ein generationsübergreifendes Theaterprojekt ist eine Neuinszenierung mit Schülern und Mitgliedern einer Seniorentheatergruppe. medien-mittweida.de war bei den Proben dabei und berichtet.

Proben des Theaterstückes "Hamlet" (Quelle/ Foto: Anni Sack) »Fotoserie
"Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage." Dieses Zitat stammt aus William Shakespeares Tragödie "Hamlet". Schauspieler und Regisseur Utz Pannike hat das Werk aufgegriffen und probt nun seit einigen Monaten die szenische Umsetzung dieses Stückes mit Jung und Alt. "Es war sehr spannend und herausfordernd, dies einmal auf der Bühne zu probieren", begründete Utz Pannike gegenüber medien-mittweida.de. Ein nächtlicher Spaziergang vor zwei Jahren durch Chemnitz brachte den gelernten Maschinenbauer auf die Idee, dieses Stück neu zu inszenieren.
Schläfst du noch, oder probst du schon?
Es ist Dienstagabend, 17 Uhr in Meißen. Probentag. Nach und nach treffen die Schüler und Senioren am sächsischen Landesgymnasium Sankt Afra ein. Gelächter, freudige Begrüßungen und der Austausch Klatsches und Tratsches erhallen im Schulgebäude. Wer glaubt, dass diese beiden Generationen nicht miteinander auskommen könnten, der wird hier eines Besseren belehrt. Clemens (15) von der Theatergruppe des Gymnasiums Sankt Afra sagt gegenüber medien-mittweida.de: "Anfangs waren alle schüchtern. Wir wussten nicht wie wir mit den älteren Menschen umgehen sollten, aber mit der Zeit und der gemeinsamen Arbeit am Stück, hat sich das entwickelt. Wir Jugendlichen bemerkten, dass auch die Älteren spontan und locker sein können." Es gibt keine merklichen Berührungsängste. Die Darsteller verständigen sich, als kannten sie sich schon lang zuvor. Wenige Minuten später öffnen sich die riesigen Türen des Probensaales und die Gruppe betritt gut gelaunt den Raum. Es erfolgen die Absprachen zum Probenplan und die Gruppe beginnt mit einer kleinen Aufwärmübung. Mimik-, Gestik- und Aussprachübungen trainieren die Schauspieler. Wieder sind Gelächter und kleine Unterhaltungen im Raum zu vernehmen, während der Regisseur die Schauspieler-Schar in einzelne Gruppen teilt.
Der Schauspieler bestimmt mit
Zu probende Szenen aus dem Stück "Hamlet" erarbeit Utz Pannike Satz für Satz. Die Darsteller selbst haben hier große Freiheiten, was die szenische Umsetzung des Textes anbelangt. Sie diskutieren und probieren untereinander verschiedene Lösungsansätze aus und stellen diese dann einander vor- Diskussionen sind dabei nicht ausgeschlossen. Fortlaufend bespricht das gesamte Team den Inhalt der Szene und berät sich bei auftretenden, inhaltliche Schwierigkeiten. Als besonders positiv empfindet Sonnhild Schulz, Schauspielerin der Gruppe SENTHA, die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen: "Es macht unheimlich viel Spaß, ist erfrischend und es herrscht ein gegenseitiges geben und nehmen."
Generationskonflikte und der Generationenpreis
Dennoch bleiben die Generationskonflikte in der Gruppe nicht vollkommen aus. "Die Senioren wollten das Stück nicht albern inszenieren, die Jugendlichen dagegen sich nichts von den älteren Damen und Herren vorschreiben lassen und lieber improvisieren. Diese Konflikte sind aber sehr spannend, da wir versuchen diese auch in die Inszenierung einzubringen.", beschreibt Utz Pannike. In diesem Jahr wird erstmals der Generationenpreis "miteinander" des Freistaates Sachsen vergeben. Dotiert ist dieser Gewinn mit einem Preisgeld von 15 000 Euro. Die Theatergruppe bewarb sich für diesen Preis und hofft auf einen Platz in den vordersten Rängen. "Er soll Projekte auszeichnen, die das Miteinander zwischen Jung und Alt besonders gut vorleben.", so Ministerpräsident Stanislaw Tillich in einem Leitartikel der Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11. März 2009. Die Preisverleihung findet im Juni 2009 statt. medien-mittweida.de wünscht der Theatergruppe viel Erfolg für die Verleihung und die Premiere am 1. April 2009 im Stadttheater in Meißen.
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