Von: Eike Riedel
18 Jahre Space-Shuttle
Abflug in eine ungewisse Zukunft
Aktuell plant die US-Raumfahrtbehörde NASA das Space-Shuttle bis zum Jahr 2010 außer Dienst zu stellen. Ein Nachfolgesystem ist wahrscheinlich erst vier Jahre später einsatzbereit. Ein Blick in die Geschichte und Zukunft der bemannten Raumfahrt.
Vor 18 Jahren, am 12. April 1981, fand der erste Flug eines Space-Shuttles statt. Der Plan der amerikanischen Raumfähre wurde bereits 1975 vorgestellt: Das Konzept, eine Raumfähre zu entwickeln, bei der die Raketen und die Raumfähre wieder verwendet werden können, war revolutionär. Damals gingen die Verantwortlichen davon aus, dass sich die Entwicklungs- und Herstellungskosten innerhalb von wenigen Jahren refinanzieren sollten. Die Planungen beruhten auf 600 Flügen innerhalb von zehn Jahren.
Veraltet und störanfällig
Im Moment laufen die Vorbereitungen für den Start des 125. Fluges eines Shuttles. Geplant ist eine Reparaturmission am Weltraumteleskop Hubble. Die Planungen der achtziger Jahre wurden so von der Realisierung des Projektes überrollt. Auch konnte das Projekt nicht refinanziert werden. Ein Shuttle-Flug ist heute mit Kosten von einer halben Milliarde Dollar verbunden und damit im Moment etwa zehnmal so teuer, wie der Start einer normalen, nicht wiederverwendbaren Rakete. Denn auch die Wiederverwendbarkeit war damals einer der Gründe für die Entwicklung der Raumfähren. Inzwischen gelten diese als technisch veraltet, zu kompliziert und extrem störanfällig. Eine offizielle Untersuchung als Folge der "Columbia"-Katastrophe im Jahr 2003 bestätigt dies ebenfalls. Damals war die Raumfähre "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht, da das Hitzeschild beschädigt war.
Das Ende der Shuttle-Flotte, welche derzeit aus drei Raumfähren besteht ist also sicher. Geplant ist eine Einstellung der Flüge im Mai 2010, wenn die Internationale Raumstation ISS fertig aufgebaut ist. Aktuell untersucht die NASA jedoch, welche Möglichkeiten es gibt, entweder die Shuttles länger in Betrieb zu halten oder aber das nachfolgende System - das Orion-Raumschiff - früher einsatzbereit zu haben.
Doch bieten die Space-Shuttles auch große Vorteile. Mit einer Nutzlast von 20 Tonnen haben sie den Hauptanteil des Materialtransportes für den Aufbau der Internationalen Raumstation ISS geleistet. Auch wurde das europäische Raumlabor Columbus durch ein Space-Shuttle zur ISS befördert, sagt Andreas Schütz, Pressesprecher des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentums (DLR) gegenüber medien-mittweida.de.
Stilllegung hat gravierende Folgen
"Die Stilllegung der Flotte wird einen gravierenden Einschnitt für die Transportmöglichkeiten in den Erdorbit für die gesamte bemannte Raumfahrt darstellen. Für den Betrieb der ISS bedeutet das, nach Alternativszenarien zu suchen, das heißt: den Betrieb so zu organisieren, dass er mit den dann verfügbaren Mitteln sichergestellt werden kann", so Andreas Schütz weiter.
Eine mögliche Alternative ist die europäische Rakete "Ariane5". Diese ist "gegenwärtig die zuverlässigste und kommerziell erfolgreichste Trägerrakete auf dem Weltmarkt". Für Missionen mit Besatzungen stehen zudem die russischen Sojus-Raumschiffe zur Verfügung. Ab dem Jahr 2014 soll das das Nachfolge-Raumschiff "Orion" erste bemannte Flüge in der Erdumlaufbahn durchführen. Das System ist so aufgebaut, dass es - mit zusätzlichen Modulen ausgestattet - Mondlandungen aber auch Flüge zum Mars ermöglichen soll.
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