Von: Jan Holubek

Kunstprojekt in Chemnitz vorgestellt
Helme für Frieden
Das Projekt "Helmets for Peace" hat das Ziel, die Beziehungen zwischen der Bevölkerung und der Bundeswehr zu diskutieren und zu verbessern. In Zusammenarbeit mit Künstlern wie Batuz will der gleichnamige Verein aus Chemnitz helfen, Grenzen zu überwinden.

Künstler Batuz stellte seine neue Arbeit in Chemnitz aus. (Quelle/Foto: Alin Nica)
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"Kunst ist eine universelle Sprache, unabhängig von sozialem Stand, Nationalität oder Weltanschauung", erklärt Hans-Peter von Kirchbach während seiner Rede in Chemnitz. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr war am Samstag einer der etwa 100 Gäste auf der ersten öffentlichen Veranstaltung des Helmets for Peace e.V. Kirchbach hat selbst erfahren, wie Menschen in Notsituationen zusammenrücken und sich gegenseitig helfen. Im Sommer 1997 befehligte er als Generalmajor den größten zivilen Einsatz der Bundeswehr: den Kampf gegen das Hochwasser der Oder. Dabei erlebte er, wie bei der Arbeit an einem gemeinsamen Ziel Grenzen verschwammen – zwischen Zivilbevölkerung und Bundeswehr, zwischen Deutschen und Polen. Diese Erfahrung ließ ihn nicht mehr los. Was von zwei Ländern ausging, wollte er in eine globale Vision übergehen lassen.
2002 lernte Kirchbach den ungarischen Künstlers Batuz und sein multinationales Projekt "no más fronteras" – "nie wieder Grenzen" kennen. Der heute 76-Jährige beschäftigte sich in zahlreichen verschiedenen Kunstwerken mit dem Grenzbegriff und der Überwindung dieser Grenzen. Dabei arbeitete er unter anderem mit der deutschen Bundeswehr zusammen. Am 25. April stellte der Künstler nun seine neuste Arbeit vor. Keine große Gala, kein prunkvoller Saal – die Präsentation des Projektes fand in einem leerstehenden Gaswerk in Chemnitz statt. "Warum sollten wir viel Geld dafür verpulvern, das anderweitig sinnvoller eingesetzt werden kann?", erklärt Professor Lothar Otto, Rektor der Hochschule Mittweida. Er ist Vize-Präsident und Mitbegründer des seit September 2008 bestehenden Vereins "Helmets for Peace". Als Teil des weltumspannenden Künstler-Netzwerks "Batuz Foundation" wollen die Mitglieder Menschen unterschiedlichster sozialer Schichten, Nationen und Weltanschauungen zusammenbringen und eingefahrene Denkweisen verändern.
Soldaten in Friedensmission
Im Rahmen des internationalen Kunstprojektes "Société Imaginaire" widmet sich der Helmets for Peace e.V. vor allem der gesellschaftlichen Unterstützung und Anerkennung von Soldaten, die einem UN-Auftrag folgen. "Die Verantwortung für die Umsetzung der UN-Resolutionen liegt bei jedem einzelnen Bürger, die Bundeswehr handelt im Auftrag der Gesellschaft", erinnert Otto in seiner Rede über die Aufgaben des Chemnitzer Vereines. Unter den Besuchern befanden sich auch Barbara Ludwig, Oberbürgermeisterin von Chemnitz, Karl-Gerhard Degreif, Vorstand der Stadtwerke Chemnitz AG, hochrangige Militärs, Vertreter von Botschaften und Studenten verschiedener Nationen. Auf einer Informationsveranstaltung erfuhren sie im Vorfeld alles über Ideen, Ziele und Aufgaben des Vereins und das Projekt "Helmets for Peace".
Anschließend konnten die Gäste die neue Arbeit von Batuz begutachten. Der Künstler präsentierte sein etwa fünf mal elf Meter großes Werk in einer Nebenhalle des Gaswerkes. Es ist aus 167 Helmen, die Farbflächen tragen, zusammengesetzt. Diese stammen aus einem früheren Projekt. Diverse Beleuchtungen versetzten das Bild in der ansonsten abgedunkelten Umgebung in immer neue Stimmungen. "So verschieden eine Skulptur im Sonnenlicht wirkt, so verändert auch ein Kunstwerk in unterschiedlicher Beleuchtung seine Aussage", erläutert Batuz seine Präsentation. Die Bedeutung seines immer wiederkehrenden Motivs der Grenzlinie will er aber nicht in einem Satz erklären müssen. "Es ist ein langer Entwicklungsprozess, Sie können ja auch die Geschichte Roms nicht in einem Satz erklären", vergleicht er scherzhaft.
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