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Donnerstag, 30. April, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Marion Uhlendorff

Regierung warnt vor Panik

Schweinegrippe in Deutschland

Nach Mexiko, den USA und Spanien sind nun auch in Deutschland drei Menschen an dem gefährlichen A/H1N1-Virus erkrankt. Die Weltgesundheits- organisation erhöht die Pandemie-Warnstufe auf fünf von möglichen sechs Stufen.

Schweine übertragen den Virus auf den Menschen

Der Erreger enthält genetisches Material, das von Menschen, Schweinen und Vögeln stammt. (Quelle: pixelio.de/Foto: Gert Altmann)

Bei den drei erkrankten Deutschen handelt es sich um Rückkehrer aus Mexiko, dem Ursprungsland der Schweinegrippe. Die Betroffenen sind jedoch außer Lebensgefahr. Die Bundesregierung warnt unterdessen in Deutschland vor Panik. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärt in einem Interview gegenüber der BILD: "Wir sind gut vorbereitet. Bund und Länder, Ärzte, Krankenhäuser und Rettungsdienste wissen genau, was sie im Ernstfall zu tun haben. Es gibt einen ausgearbeiteten Pandemie-Plan, der auch funktioniert." Kanzlerin Merkel spricht sich ebenfalls dafür aus, alle Vorkehrungen für den Schutz der Bevölkerung zu treffen. Die nationalen Pläne gegen eine Ausweitung der Grippe unterzieht sie jedoch noch einer Überprüfung.

Am 24. April 2009 berichtete erstmals die mexikanische Gesundheitsbehörde von 16 Menschen, die an dem Grippevirus erkrankt sind. Einen Tag später spricht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von acht Erkrankten in den USA. Nach Kanada, Israel, Großbritannien und Spanien erreicht der Virus bereits fünf Tage später auch Deutschland. In der Europäischen Union haben sich somit bis jetzt 13 Personen mit dem Virus infiziert. Todesfälle wie in Mexiko oder in den USA sind allerdings noch nicht aufgetreten. Der mexikanische Gesundheitsminister sprach am Dienstag von 159 Grippetoten. Die Anzahl der Toten, die speziell am A/H1N1-Virus starben, ist jedoch deutlich geringer.  

Keine Wärmebildkameras an deutschen Flughäfen

In München ist am Dienstag seit Ausbruch der Schweinegrippe der erste Direktflug aus dem mexikanischen Cancún gelandet. Kurz vor dem Ausstieg ging der Medizinische Dienst durch die Sitzreihen und befragte die Passagiere, ob es ihnen gut gehe. Eine Passagierin äußert sich wie folgt: "Das ist zu wenig, um sicher zu gehen."

Spezielle Kontrollen, wie durch Wärmebildkameras an einigen asiatischen Flughäfen, soll es in Deutschland nicht geben. Das Robert Koch Institut bekräftigt gegenüber medien-mittweida.de, dass es bereits durch Medikamente wie Aspirin möglich sei, das Fieber sehr weit abzusenken. Die Erkennung der Fieber-Patienten gestaltete sich durch die verfälschte Körpertemperatur auf dem Wärmebild schwierig. Des Weiteren ist Fieber nur ein Anzeichen der Schweinegrippe. Symptome wie Husten oder Schnupfen könnten mit der Methode nicht erkannt werden. Auch Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder erwägt nicht den Einsatz von sogenannten Thermo-Scannern in Deutschland. Er begründete dies mit der hohen Fehleranfälligkeit des in Asien angewendeten Verfahrens.

An deutschen Flughäfen sollen derzeit Flugbegleiter auf Grippe-Symptome bei Passagieren achten. Auch Infoblätter sollen Passagiere über die Symptome informieren. Gegenüber medien-mittweida.de betont das Robert Koch Institut, dass es sich um eine Tröpfcheninfektion handele, die sich nicht durch die Luft, sondern nur durch den Kontakt von Mensch zu Mensch übertrage. Das Institut rät zu Hygienemaßnahmen wie Hände waschen beim Kontakt mit Rückreisenden aus den betroffenen Gebieten.

Suche nach Impfstoff dauert noch an

Derzeit ist noch kein Impfstoff gegen die Schweinegrippe gefunden. "Der Prozess kann bis zu drei Monate dauern", betont Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch Instituts. Allerdings kann der Impfstoff dann in speziell präparierten Hühnereiern hergestellt werden und somit der Bevölkerung schnell zur Verfügung stehen. Fraglich ist jedoch noch die Herstellung immer neuerer Impfstoffe, da Grippeviren als besonders mutationsfähig gelten. Wie sich der A/H1N1 Virus wandeln könnte, ist noch unklar.



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