Von: Eike Riedel
Dresdner Waldschlösschenbrücke
Abschied auf Raten
Das Dresdner Elbtal gehört nicht mehr zum Weltkulturerbe. Dies entschied heute die UNESCO bei ihrem Treffen in Sevilla. Auslöser ist der Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke.
Nach jahrelangem Streit ist mit der Aberkennung des Titels der Streit zwischen Gegnern und Befürwortern der Brücke beendet worden. Die Gegner sehen in der Brücke eine Beschädigung des Dresdner Elbtals und befürworten einen Tunnel unter der Elbe. Dem gegenüber stehen die Fürsprecher der Brückenlösung, da diese ihrer Meinung nach eine kostengünstigere Möglichkeit einer Elbquerung ist.
Erst 2004 wurde das Elbtal in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, ein Jahr später jedoch auf die so genannte "Rote Liste" gesetzt. Eine Aufnahme in diese Liste bedeutet, dass der Titel "Weltkulturerbe" gefährdet ist, da nicht mehr die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen. Mit 14 Stimmen, fünf Gegenstimmen und zwei ungültigen Stimmen erkannte die UNESCO Dresden den Titel nun wieder ab. Zuletzt hatte Dresdens Bürgermeisterin Helma Orosz in Sevilla versucht, für den Erhalt des Titels zu kämpfen.
Vertagte Entscheidung
Bereits im vergangenen Jahr stand das Dresdner Elbtal auf der Tagesordnung der UNESCO. Damals wurde der Titel jedoch nur für ein Jahr auf Bewährung verlängert. Bis zuletzt hofften die Bürger von Dresden, dass die Entscheidung erst getroffen werden würde, wenn die Brücke im Jahr 2011 fertig gestellt ist.
Über die Konsequenzen herrscht geteilte Meinungen: Gegner der Brücke rechnen mit weniger Touristen, Befürworter, wie der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, sind jedoch der Meinung, dass Touristen trotzdem nach Dresden kommen.
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