Von: Eike Riedel

Urlaubsgepäck richtig transportiert
Tetris für Fortgeschrittene
Urlaubszeit - Millionen Deutsche fahren in den Urlaub. Millionen Deutsche stehen auch vor der Frage, wie das gesamte Urlaubsgepäck in den Kofferraum passen soll. Eine optimale Packtechnik soll helfen.

So überladen sollte niemand in den Urlaub fahren. (Foto: Gabi Schönemann/PIXELIO.de)
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Bei der Urlaubsplanung ist einiges zu beachten: Ist das richtige, kindergerechtes Hotel gebucht? Ist das Auto bereit für die lange Fahrt? Auslandskrankenschein eingepackt? Auch die Fahrtroute muss vorbereitet werden. An eines denken jedoch die wenigsten: Wie belade ich mein Auto richtig, so dass alles, was mit in den Urlaub muss, sicher verstaut ist?
Oft wird mehr eingepackt als wirklich benötigt. Schließlich passt der dritte Pullover und die zweite Jacke ja noch "locker" in den Kofferraum. Danach muss lediglich der Fahrer mit der Masse der Gepäckstücke zurechtkommen. Nach Paragraph 23 der Straßenverkehrsordnung ist der Fahrer auch dafür verantwortlich, dass die Ladung vorschriftsmäßig verstaut und die Sicherheit nicht gefährdet ist.
Den Kofferraum optimal ausnutzen
Wie soll nun die große Menge an Gepäckstücken in den Kofferraum passen? Und warum lässt sich nicht berechnen, wie man die 18 Koffer einladen muss, damit sie alle passen? Die Antwort auf diese Frage ist: So einfach geht es nicht. Grund ist die hohe Komplexität der verschiedene Gepäckstücke, zumal das Problem schwieriger wird, je mehr Gepäck zu verladen ist.
Informatiker der Universität Mainz haben sich diesem Problem angenommen. Jedoch nicht mit Gepäckstücken, sondern mit Kreisen. Für einem Programmierwettbewerb in New York schufen sie einen Algorithmus, der die ideale Position von n-Kreisen in einem weiteren, größeren Kreis ermittelt. Ziel war es, möglichst viele Kreise innerhalb des großen Kreises zu platzieren, wobei dieser einen möglichst kleinen Radius haben sollte. Ein Beispiel: Für zwei Kreise mit dem Radius r=1 und r=2 ist die Aufgabe noch überschaubar: Der mögliche Radius des Außenkreises ist somit r=3. Kommt nun aber ein dritter Kreis mit den Radius r=3 hinzu, müssen sich die beiden Kreise mit r=2 und r=3 berühren, der Kreis mit dem Radius r=1 hat Platz in der Lücke zwischen diesen. Der Radius des Außenkreis muss also mindestens r=5 sein.
Was mit drei Kreisen noch simpel ist, ist für eine Berechnung mit 50 Kreise sehr komplex. Die Mainzer Informatiker schafften es jedoch, alle Rekorde bis 24 Kreisen zu brechen und Bestwerte für bis zu 50 Kreise aufzustellen. Ihre Methode ist simpel aber erfolgreich: Sie platzierten alle Kreise innerhalb eines so großen, äußeren Kreises, dass ausreichend Platz für die inneren Kreise ist. Mithilfe des Algorithmus begannen die Mainzer nun, den äußeren Kreis bis zum möglichen Minimum zu verkleinern. Dabei "rüttelten" sich die inneren Kreise so zurecht, dass es möglich ist, viele Kreise im Inneren zu platzieren.
Lieber weniger - dafür sicher
Bei einer Urlaubsfahrt sind jedoch selten alle Taschen in Kreisform, der Kofferraum eines Autos ebenfalls nicht. Eine Lösung für das Packproblem gibt es trotzdem: Alle Gepäckstücke werden durcheinander in einen ausreichend großen Kofferraum eines Autos gelegt. Nun muss lediglich der Kofferraum langsam verkleinert werden, so dass das Gepäck sich langsam in die optimale Position rüttelt. Das Gepäck einer Großfamilie für einen 3-Wochen-Urlaub würde so, zumindest theoretisch, in den Kofferraum eines Smarts passen. Theoretisch.
Praktisch empfiehlt sich jedoch, nur die Kleidungsstücke mit in den Urlaub zu nehmen, die auch wirklich benötigt werden. Das spart nicht nur Kraftstoff, sondern sorgt auch für mehr Sicherheit. Um sicher in den Urlaub zu kommen, empfiehlt Maximilian Maurer vom ADAC zudem, dass schwere Gegenstände quer zur Fahrtrichtung und möglichst tief und nah an der Rücksitzlehne zu verstauen. "Atlanten, Schirme etc. gehören nicht auf die sogenannte Hutablage unter dem Heckfenster", so Maurer weiter. Er rät auch, "im Innenraum keine schweren Gepäckstücke ungesichert auf der Rückbank abzulegen." Auch ist es wichtig, dass Gepäck nicht höher als die Sitze gestapelt ist und sich im Ernstfall verkeilen kann.
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- Links:
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