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Freitag, 28. März, Alter: 2 Jahre » Zurück

Von: Axel Ehrlicher

Erstmals CO2-Konzentrationen mit einem Satellit nachgewiesen

500 Terrabyte Material

Umweltforschern der Universität Bremen ist es gelungen, die erhöhten regionalen Konzentrationen des Treibhausgases Kohlendioxid nachzuweisen. Die Daten für diese Untersuchung lieferte der größte Klimasatellit Envisat.

Satellit

Der Satellit Envisat sende wichtige Klimadaten an die Erde. (Quelle: Pixelio.de)

Der acht Tonnen schwere Satellit verfügt über zehn Instrumente, mit denen Erdbeobachtungen durchgeführt werden können. Darunter ist auch der erste weltraumbasierte Sensor SCIAMACHY (Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography). Dieser Sensor kann die Verteilung der wichtigsten Treibhausgase, mit hoher Empfindlichkeit, bis hinunter auf die Erdoberfläche messen. Aus diesen Messungen lassen sich die atmosphärischen Konzentrationen einer Vielzahl von Spurengasen bestimmen. Die sind für die Luftqualität, den Treibhauseffekt und die Ozonchemie wichtig.

Wichtiges Informationsmaterial

In über fünf Jahren und nach 26 000 Erdumrundungen lieferte Envisat bislang 500 Terrabyte hochinteressantes Informationsmaterial. Mit diesen Daten konnten Diagramme erstellt werden, die den jahreszeitlich bedingten Anstieg der CO2-Konzentration von März bis Juni und den Abfall von Juli bis Oktober verdeutlichen. Dieser Wechsel entsteht durch die pflanzenbedingte Aufnahme und Abgabe von Kohlendioxid im Frühjahr und Herbst. Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt eine stetige Erhöhung des CO2-Gehaltes. Die Ursachen liegen hauptsächlich in der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Interpretation schwierig

Laut Dr. Michael Buchwitz vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen ist die Interpretation dieser Daten schwierig. "Dies liegt im Wesentlichen daran, dass Kohelnstoffdioxid aufgrund seiner langen Lebensdauer weit transportiert wird und die Satellitenmessungen nicht lückenlos sind", erklärt er. Außerdem gibt es bereits so viel CO2 in der Luft, dass selbst eine starke Emissonsquelle nur zu kleinen regionalen Erhöhungen führt. 

Methan für Erwärmung verantwortlich

Doch nicht nur Kohlendioxid, sondern auch Methan, ist für die weltweite Klimaerwärmung verantwortlich. Methan ist 20-mal klimawirksamer als CO2. Doch durch seine geringere Menge in der Atmosphäre auf Platz zwei.
"Wenn die Dauerfrostböden in kalten Weltregionen auftauen und große Mengen Methan freisetzen, könnte es zum dominanten Treibhausgas werden", befürchtet Buchwitz. Aus diesem Grund sei es sehr wichtig herauszufinden, was die Hauptquellen für Methan sind. Die Messungen des SCIAMACHY-Instrumentes im Zeitraum 2003 bis 2005 haben gezeigt, dass auch Regenwälder einen wesentlich höheren Methanausstoß haben als bislang angenommen.

Aufspürung von Klimasündern nicht möglich

Doch dass die Umweltforscher mittels dieser Satellitendaten Klimasünder aufspüren können, will Buchwitz nicht versprechen: "Dafür sind die Daten noch nicht präzise genug". Die Menschen produzieren laut des Bremer Wissenschaftlers derzeit etwa 25 Milliarden Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Dazu kommen etwa 400 Milliarden Tonnen CO2 aus natürlichen Quellen. Doch eine Auseinanderhaltung zwischen natürlicher und industrieller Treibhausgas-Emission ist derzeit nicht möglich.



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