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Dienstag, 10. März, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Sander Schmidt

"Attac"-Kongress unter großer Beteiligung beendet

Ratlos in Berlin

Unter dem Motto "Kapitalismus am Ende" diskutierten vergangenes Wochenende mehr als 2 000 Besucher in der Technischen Universität Berlin. Die rege Beteiligung spiegelt vor allem die Verunsicherung der Menschen in der Wirtschaftskrise wider.

ATTAC-Plakat

Der Attac-Kongreß tagte unter dem Motto "Capitalism - (No) Exit". (Quelle: attac.de)

Der Saal, in dem der Vortrag mit dem Titel "Alternativen zum Kapitalismus" stattfindet, ist hoffnungslos überfüllt. Manche Besucher sitzen auf dem Boden, andere lehnen an der Wand oder versuchen auf Zehenspitzen über die Vorderleute hinweg zu blicken. Studenten wie Rentner haben Block und Stift vor sich und schreiben mit, als wären sie in einer Vorlesung der Technischen Universität. Referent Thomas Dürrmeier erläutert die Möglichkeit eines "dritten Wegs zwischen Kapitalismus und Planwirtschaft". Die Stimme eines Englisch-Dolmetschers mischt sich zwischen den Vortrag und die dicht gedrängte Menschenmasse.

Zwischen sozialer Marktwirtschaft und Neoliberalismus

In über 180 Seminaren, Workshops und Diskussionen fordern die Referenten hauptsächlich die Abkehr vom Kapitalismus. Bereits in seiner Eröffnungsrede geißelt der Chefvolkswirt der UNO, Heiner Flassbeck, die maßlosen Spekulationen der Banken. Wie es nun aber weiter gehen soll, darüber erzielen die Teilnehmer keine Einigkeit.

So fordert der CDU-Politiker Heiner Geißler eine Besinnung auf die soziale Marktwirtschaft, während das Dozententeam um Professor Ulrich Brand "post-neoliberale Strategien in der Krise des Kapitalismus" für richtig hält. Die Meinungen driften genauso weit auseinander, wie das Alter der Besucher und deren Äußeres.

"Viele Leute suchen eine Antwort"

"Vom Althippie mit zerrissenen Jeans über Herren im Anzug bis zum Öko mit Jute-Tasche ist alles vertreten", sagt die 32-jährige Katja Weber. "Du merkst, dass im Moment einfach viele Leute nach einer Antwort suchen", fügt die Museumsangestellte hinzu. Sie beteiligt sich, wie viele Besucher, zum ersten Mal aktiv an einem Treffen des Globalisierungsgegner-Netzwerkes "Attac".

"Ich bin eher der Durchschnittsmensch, aber dass sich etwas ändern muss ist klar", erklärt Katja Weber. Auf die Frage, ob sie schon einen geeigneten Vorschlag zur beschworenen Veränderung gehört habe, muss sie aber passen.



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