Von: Lion Pfeufer
Kurzarbeit beruhigt den Arbeitsmarkt
"Der Schwung ist durch"
Im Monat April lag die Arbeitslosenquote in Deutschland bei rund 8,6 Prozent. Circa 3 600 000 Menschen sind derzeit arbeitslos. Durch die Rezession stellen viele Unternehmen auf Kurzarbeit um. Eine Verbesserung der Lage ist in Sicht.
In den vergangenen Jahren waren die Arbeitslosenzahlen im ersten Quartal des Jahres durch die Frühjahrsbelebung rückläufig. Doch im Vergleich zu April 2008 gibt es dieses Jahr über 171 000 mehr Arbeitslose. Die deutsche Wirtschaft bekommt die Auswirkungen der globalen Finanzkrise nun deutlich zu spüren. In den alten Bundesländern waren im April fast 2,5 Millionen Menschen ohne Arbeit, in den neuen Bundesländern hingegen sind über eine Million betroffen. Die Bundesregierung prognostiziert dazu in ihrer Frühjahrsprojektion: "Nach dem kräftigen Einbruch zum Jahresbeginn stabilisiert sich die Wirtschaftsleistung im weiteren Jahresverlauf auf niedrigem Niveau."
Waren vergangenes Jahr noch circa 40,3 Millionen Menschen erwerbstätig, geht die Bundesregierung 2009 nur noch von 39,8 Millionen Erwerbstätigen aus. Nicht nur die Zahl der Erwerbstätigen ist rückläufig. Auch die Zahl der offenen Stellen geht laut Statistischem Bundesamt zurück. Im ersten Quartal 2009 meldeten Unternehmen 10,9 Prozent weniger Jobangebote der Bundesagentur für Arbeit (BA) als im ersten Quartal vergangenen Jahres.
Kurzarbeit geht zurück
Derzeit nimmt eine große Zahl an Firmen Kurzarbeitsgeld in Anspruch. Laut arbeitsagentur.de zeigten im April fast 20 000 Betriebe "Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen" an. Im April vergangenen Jahres waren es nur rund 3 000 Firmen, deren Mitarbeiter einen Zuschuss von der BA erhielten.
Besonders betroffen von Kurzarbeit seien Maschinenbau-, Automobil- und Zulieferbetriebe. "Dieses Jahr stehen der BA 2,1 Milliarden Euro zur Zahlung von Kurzarbeitsgeld zur Verfügung. Das Gesamtvolumen kann steigen, wenn die Bundesregierung das beschließt", erläutert Anja Huth, Pressesprecherin der BA in Nürnberg, gegenüber medien-mittweida.de. Gerechnet hatte die BA auch mit mehr Arbeitsausfall. Da aber die Betriebe die Arbeitszeit durchschnittlich nur um 30 Prozent verkürzten, statt den erwarteten 60 Prozent, sei das Gesamtvolumen entlastet. "Der Schwung ist durch", so Huth. Die Anzeige von Kurzarbeit ist im Vergleich zum Vormonat März um mehr als 200 000 Fälle gesunken.
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