Von: Markus Drowatzky
Deutsche Rennserie gestartet
Finanzielles Tal erst 2011
Die Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) ist in die neue Saison gestartet und möchte sich ins Ausland ausbreiten. Fundamentale Einschränkungen durch die Wirtschaftskrise sind allerdings noch nicht zu erwarten.
Die Deutsche Tourenwagen Masters startete am 17. Mai in die neue Saison und begeisterte mit ihrem Auftreten hunderttausende Zuschauer. Sieger wurde Mathias Eckström im Audi. Doch die weltweite Wirtschaftskrise macht auch vor dem Rennsport-Event nicht halt. Die beiden teilnehmenden deutschen Automobilhersteller Audi und Mercedes sind von der Krise betroffen und müssen sich gegenüber ihrem Personal verantworten. "Wie sollen die Hersteller den Angestellten klarmachen, dass sie entlassen werden, um die DTM aufrechtzuerhalten", meint der Sportredakteur der Sächsischen Zeitung Maik Schwert gegenüber medien-mittweida.de. Deshalb muss auch in der Rennserie gespart werden. Audi Sportchef Wolfgang Ullrich äußert sich dazu gegenüber motorsporttotal.com: "In diesem Jahr sparen wir fast 30 Prozent der Kosten, da die Veranstaltungen nur noch zwei statt drei Tage dauern." Zudem sollten die Anzahl und Kosten der Autos sinken, meint er. In diesem Jahr zeigen sich die Verantwortlichen der DTM im Großen und Ganzen noch unbeeindruckt von der Krise. Schwert sagt, "dass die Krise sowieso erst in einigen Jahren in der DTM ankommen wird." Es scheine derzeit so, als könnte 2011 ein finanzielles Tal folgen.
Wenig Vorsorge
Anders als in der Formel 1 sind derzeit jedoch keine Einsparungen im Budget geplant. In der höchsten weltweiten Rennserie hat der internationale Verband FIA ab der nächsten Saison ein Einheitsbudget von 40 bis 45 Millionen Euro pro Hersteller festgelegt. Für die DTM scheint diese Lösung laut Wolfgang Ullrich nicht zu funktionieren. Er bevorzugt ein stabiles Reglement, welches eine Selbstverwaltung der Automobilhersteller unterstützt. Im Moment können die Automobilkonzerne noch nicht absehen was in wenigen Jahren als Nachwirkung der Krise auf die DTM zukommt. "Jedoch halte ich es für ratsam die Kosten weiter zu senken, um der Krise entgegenzuwirken", sagt Schwert. Schwere Zeiten sind auch deshalb vorhersehbar, weil die Autohersteller die DTM maßgeblich sponsern. "Die Einnahmen durch das Sponsoring dürfen nicht wegbrechen, sonst steht es wirklich schlecht um die DTM", so Schwert. Lösungen sind derzeit nicht in Sicht.
Ungeachtet dessen haben die Verantwortlichen für diese Saison große Ziele. Neben den bisher drei Auslandsrennen sind weitere Rennen außerhalb Deutschlands geplant. "Außerdem steht die Fernosterweiterung mit Absatzmärkten in China und Russland an", meint Schwert. Die Autokonzerne sind auch in Zukunft Förderung der DTM bedacht, da "neue Technik in den Rennwagen eingesetzt und damit ihre Serienreife überprüft wird", ist sich Maik Schwert sicher.
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