Zu Favoriten hinzufügen


Dienstag, 26. Mai, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Eike Riedel

Umstellung des Tarifsystems

Auf Wiederhören

Die Telekom will ihre Tarife umstrukturieren. Dafür sollen jahrelange ISDN-Verträge gekündigt werden. Doch für eine vorzeitige Vertragskündigung hat die Telekom keine rechtliche Grundlage.

Die Telekom plant alte ISDN-Tarife abzuschalten. (Quelle: pixelio.de/ Foto: Stihl024)

Die Telekom plant alte ISDN-Tarife abzuschalten. (Quelle: pixelio.de/ Foto: Stihl024)

Um ihr System von alten Tarifen zu entlasten plant die Telekom, bestehende ISDN-Verträge zu kündigen. Das betrifft aber nur Kunden in den Tarifmodellen "Standard" und "Komfort". Diese sollen ihre Zustimmung zu einem neuen Tarif geben oder ihr Anschluss wird zum Spätsommer abgeschaltet. Wie ein Sprecher der Telekom gegenüber medien-mittweida.de sagte, sei dies ein normaler, regelmäßiger Prozess. Die Telekom nennt diesen Prozess "abmanagen". Dabei seien jedoch nur wenige tausend der mehr als 20 Millionen Kunden betroffen. Die Telekom habe selber keinen Überblick, wie viele Tarife derzeit im System seien. Dies liege jedoch auch daran, dass jede Änderung einer Option bereits ein neuer Tarif sei. 

Automatische Umstellung nicht möglich

Kunden mit den ISDN-Tarifen "Standard" und "Komfort" können jedoch in einen vergleichbaren Tarif wechseln. Eine automatische Umstellung sei nicht möglich so der Sprecher weiter. Für eine Umstellung bedarf es dabei grundsätzlich der Zustimmung der Kunden. Betroffene Kunden sollten sich also bald um eine solche Umstellung kümmern oder sich einen neuen Telefonanbieter suchen. Die Deutsche Telekom kann nicht verhindern, dass der Kunde zu einem anderen Anbieter wechselt, wie Bernd Ruschinzik von der Verbraucherzentrale Berlin erklärt. Gegenüber medien-mittweida.de gibt Ruschinzik jedoch zu bedenken: "Unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist kann jede Vertragspartei, also auch die Deutsche Telekom AG, ein Vertragsverhältnis kündigen. Das ist ein ganz normaler Vorgang." Die Telekom muss jedoch gegebene Verträge einhalten und hat keinen Anspruch auf eine vorzeitige Vertragsbeendigung, nur weil ein neues Tarifmodell eingeführt werden soll.

Probleme bekommt die Telekom auch seitens des schwedischen Telekommunikationsunternehmens Tele2. Wie die "Welt" in ihrer Onlineausgabe berichtet, hat Tele2 eine einstweilige Verfügung gegen die Praxis der Telekom erwirkt. Damit ist es der Telekom untersagt, die Verträge mit ihren Kunden zu kündigen und gleichzeitig auf ein DSL-Paket hinzuweisen, was jedoch eine Laufzeit von 24 Monaten hat.

Telekom bietet ISDN weiter an

Die Telekom habe auch nicht vor, ISDN vom Markt zu nehmen. ISDN ist in vielen Gegenden oft die einzige Möglichkeit, zu telefonieren und gleichzeitig im Internet zu surfen. Denn nicht überall ist die schnellere Nachfolgetechnik DSL verfügbar, gerade in ländlichen Regionen ist eine ausreichende Breitbandversorgung problematisch. Die Telekom mache jedoch keine Werbung mehr für ihre ISDN-Tarife, wie ein Sprecher auf Anfrage bestätigt.



» Zurück


Felder mit einem * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.

Rechtlicher Hinweis:

Ihr Beitrag wird erst nach einer Freischaltung angezeigt. Wir sind dazu verpflichtet, Beiträge von außerhalb auf rechtliche Verstöße hin zu überprüfen, bevor sie veröffentlicht werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.


Keine Einträge

Keine Einträge im Gästebuch gefunden.

Footer