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Donnerstag, 28. Mai, Alter: 3 Jahre » Zurück

Von: Richard Kaestner

Stahlbranche leidet unter Wirtschaftskrise

(K)ein Ende in Sicht

Die globale Rezession hat auch den Stahlsektor erwischt. Die Nachfrage nach Rohstahl und -eisen ist so niedrig, wie seit 50 Jahren nicht. Tausende Beschäftigte sind in Kurzarbeit. Trotzdem erwarten viele Betriebe einen positiven Trend zum Jahresende.

Die Stahlproduktion sinkt krisenbedingt. (Quelle: flickr.com / Foto: [sic!]ut.at / Montage: Alexander Haase)

Die Stahlproduktion sinkt krisenbedingt. (Quelle: flickr.com / Foto: [sic!]ut.at / Montage: Alexander Haase)

Die großen deutschen Stahlkonzerne kämpfen gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Seit November 2008 sank die Stahlproduktion hierzulande auf rund 50 Prozent. Im April 2009 gossen deutsche Stahlbauer laut Statistischem Bundesamt nur 1,9 Millionen Tonnen Rohstahl. Im Vorjahr waren es noch vier Millionen. "Der Bereich Stahl im Konzern ist am stärksten von der globalen Rezession betroffen. Die Auslastungen in Salzgitter und Peine lagen bei rund 50 Prozent", erklärt der Pressesprecher der Salzgitter AG, Bernd Gersdorff, gegenüber medien-mittweida.de. Die Salzgitter AG ist mit einer Jahresproduktion von jährlich rund sieben Millionen Tonnen nach ThyssenKrupp der zweitgrößte Stahlproduzent Deutschlands.

Nicht nur in der Automobilindustrie bewähren sich verkürzte Arbeitszeiten als Mittel zum Zweck der Arbeitsplatzsicherung. "Das Instrument Kurzarbeit ist geeignet, die Beschäftigung den konjunkturell bedingten Auftragseinbrüchen anzupassen", so Gersdorff. Zurzeit befänden sich im Stahlbereich rund 5.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. "In einer gemeinsamen Erklärung haben sich Konzernvorstand und -betriebsrat verständigt, an dem Ziel festzuhalten, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden", betont Gersdorff. Beim großen Konkurrenten ThyssenKrupp ist die Lage ernster. Gegenüber medien-mittweida.de bekräftigt Kommunikationsleiter Erwin Schneider, dass eine Restrukturierung des Konzerns vorgesehen sei: "Im Segment Stahl wird ein Abbau von 1.800 bis 2.000 Stellen erwartet."

Hoffnungsvolle Prognosen

Die von der Krise betroffenen Firmen verbreiten trotz angespannter Lage Optimismus. "Wir erwarten, dass sich in der Automobilindustrie eine Erhöhung der Nachfrage einstellt", sagt Gersdorff. Die Salzgitter AG erhoffe sich außerdem eine Belebung der Walzstahlmärkte im zweiten Halbjahr 2009. Die am Jahresende auslaufende Umweltprämie beeinflusse die Stahlbauer nur gering. Sie sind durch langfristige Verträge mit den Automobilherstellern gebunden.

ThyssenKrupp erwartet erst im Geschäftsjahr 2009/2010 eine spürbare Belebung der Nachfrage. "Die Krise dauert bis zum Ende des Jahres an", lässt auch ein hochrangiger Vertreter eines großen Automobilherstellers im kleinen Kreis verlauten. Danach seien schwarze Zahlen absehbar.



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