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Mittwoch, 2. September, Alter: 2 Jahre » Zurück

Von: Lion Pfeufer

Journalistenausbildung für Krisengebiete

"Scharfer Beschuss"

Im "Vereinte Nationen Ausbildungszentrum der Bundeswehr" in Hammelburg haben Journalisten die Möglichkeit, das Verhalten in Kriegs- beziehungsweise Krisengebieten zu trainieren. Auf dem Lehrplan stehen Gefechtssimulation und Demonstration von Waffen und Minen.

realitätsnahe Ausbildung am illegalen Checkpoint. (Quelle: Bundeswehr / Foto: Hauptmann Nils-Alexander Simon)

Realitätsnahe Ausbildung am illegalen Checkpoint. (Quelle: Bundeswehr/ Foto: Hauptmann Nils-Alexander Simon)

Konfliktherde und Krisengebiete existieren auf der ganzen Welt. Reporter die darüber berichten wollen und müssen, gehen oft unvorbereitet in solche Regionen. Dabei riskieren sie oft ihr Leben. Als 1999 im Kosovo zwei Stern-Reporter und ihr Dolmetscher ums Leben kamen, fand ein Umdenken statt. 

Bereits seit zehn Jahren bietet der "Presse- und Informationsstab des Bundesministeriums der Verteidigung" in Zusammenarbeit mit der "Berufsgenossenschaft Druck- und Papierverarbeitung" im unterfränkischen Hammelburg einen Lehrgang für Journalisten an. Waren es 1999 noch zehn Teilnehmer, hat sich die Zahl der teilnehmenden Reporter bis heute fast verdoppelt. Das Interesse am Lehrgang "Schutz und Verhalten für Journalisten in Krisengebieten" ist seitdem ungebrochen groß. 

"Überraschend auftretende Geiselnahme" 

Um den Journalisten ein realistisches Bild der Lage in den Krisengebieten zu vermitteln, ist das sechstägige Seminar zu rund 70 Prozent praxisorientiert. "Da bei diesem Lehrgang scharfer Beschuss und auch eine überraschend auftretende Geiselnahme stattfindet, werden die Teilnehmer zu Beginn des Lehrganges auf diesen Umstand hingewiesen und ausdrücklich gefragt, ob Kreislaufschwächen, -erkrankungen oder ähnliches vorliegen", erklärt Dr.-Ing. Dieter Prinz vom Bereich Prävention vom Referat für Aus- und Weiterbildung der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung gegenüber medien-mittweida.de.

Laut bmvg.de, der Internetpräsenz des Verteidigungsministeriums, gibt es noch weitere Trainingsinhalte. So ist das "Üben von Schutzmaßnahmen, beispielsweise das Erkennen und Nutzen der vorhandenen Deckung" ein wichtiger Bestandteil des Seminars. Auch das Verhalten an Checkpoints, bei Gefangennahme und Verhör wird den Teilnehmern vermittelt. "Erkennen und Vermeiden von Gefahren durch Minen und Sprengladungen" steht genauso auf dem Lehrplan wie Erste-Hilfe-Maßnahmen und das Beherrschen von Kompass und Karten. 

"Erhebliche Gefährdungen" 

Wer am nächsten Lehrgang vom 13. bis 18. September 2009 teilnehmen möchte, sollte folgendes beachten: "Wir verlangen keine Gesundheitsprüfung, setzen aber voraus, dass Journalisten, die aus beruflichen Gründen in Krisen- und Kriegsgebieten tätig und demzufolge erheblichen Gefährdungen ausgesetzt sind, den physischen und psychischen Belastungen des Lehrgangs gewachsen sind", erläutert Renate Pahlitzsch vom Presse- und Informationsstab des Bundesministeriums der Verteidigung gegenüber medien-mittweida.de.

Einen der raren Lehrgangsplätze bekommt des Weiteren nur, wer einen gültigen Presseausweis besitzt und tatsächlich berufsbedingt in Krisen- und Kriegsgebiete reisen muss. "Bei Unklarheiten wird diesbezüglich auch schon einmal nachrecherchiert" fügt Prinz hinzu.

"Das war super"

Jutta Bielig, Journalistin bei RTL, war vor zehn Jahren eine der ersten Lehrgangsteilnehmer. Auf bmvg.de erklärt sie dazu: "Ich bin mit weichen Knien damals in den Kurs gegangen, die Bundeswehr hat sich damit weit vorgewagt, schließlich war dieser Kurs etwas komplett Neues." Die damals durchgespielten Szenarien helfen ihr bis heute, schwierige Situationen in Krisengebieten zu meistern. Bielig lobt den Lehrgang, denn "hier hatte man die Möglichkeit, einen wahren Eindruck von den Situationen zu bekommen, das war super."



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